Ausschreibung Förderpreise 2015/16

Die Arthur Boskamp-Stiftung schreibt für den Zeitraum 2015/2016 zwei Förderpreise aus.

Das künstlerische Feld wird schon seit längerem als immer stärker von gesellschaftlichen Zwängen durchdrungen und als zunehmend davon bestimmt diskutiert. Die immer totalere Unterwerfung von Leben und Materie unter den kapitalistischen Produktionsmodus macht auch hier nicht halt, und so bleibt von der berüchtigten Autonomie der Kunst bestenfalls noch eine relative Heteronomie. Dies scheint in Zeiten von Krise und Katastrophe von Allem überall auch in nächster Zeit nicht wirklich besser zu werden.

Ein bisschen konkreter ergibt das folgende, ohnehin bekannte Dynamiken: neoliberale Selbstverwertung und Selbstregierung der gesamten Persönlichkeit, Netzwerk-Kapitalismus-Kooperations-Impetus oder connections, connections, connections, die Akademie als Fabrik standardisierter Polyprofessionalitäten für Einzelindividuen (artist-curator-critic-manager), zweckgebundene, kurzfristige Finanzierungen, das Internet als großes Koordinierungs- und Beschleunigungsinstrument all dieser Dynamiken, dabei-sein-ist-alles, Distinktion, Differenzierung, Neuerfindung, Criticality und immer so weiter.

Kunst fällt in diesem hoch beschleunigten Zustand der Paralyse dementsprechend meist als Spektakel oder serieller Betrieb auf und wiederholt sich darin in standardisierten, erwartbaren und unbeeindruckenden, immer den gleichen Formatierungen. Stellt sich also die Frage, ob und wie künstlerische Produktionen etwas Anderes generieren können, jenseits der Reproduktion des schon Bestehenden um der Sichtbarkeit willen oder zwecks der Erlangung besserer betrieblicher Positionen.

Einreichungen sollten sich mit dieser widersprüchlichen Situation, den problematischen Verwicklungen und Vorraussetzungen künstlerischer Produktion auseinandersetzen, ohne sich der Illusion hinzugeben, daraus einfach aussteigen zu können. In Versuchen, die die Verwicklungen, impliziten Vorannahmen und Motivationen der eigenen Praxis mitreflektieren und problematisieren, könnte noch das größte Potential zu Veränderung zu finden sein.

Eine grobe Orientierung ließe sich mit dem vagen Feld aus offenen Prozessen, Uneindeutigkeit, kollektivem Machen, Störung, Selbstorganisation, Institutionskritik, Verweigerung, Zerbrechlichkeit, Negativität, anti-fun, Improvisation, Leerstellen und weirdo stuff benennen, kann bei Einreichungen aber auch getrost vernachlässigt werden.

Mit dem Förderpreis sind wenn gewünscht die Förderpreis-Publikation (die als Teil des Projektes und nicht nur als Dokumentation begriffen werden sollte) und begleitende oder Abschlusspräsentationen (Ausstellung, Veranstaltung o.a.) im M.1 verbunden. Angenommene Projekte erhalten 2015 2000€ und 2016 nochmal 1000€ Förderpreisgeld sowie 2000€ für Produktionskosten (für Präsentationen, Material, Recherchereisen, Gästehonorare o.a.) – für Gruppen wird diese Summe nochmal um 1000€ aufgestockt. Zusätzlich zum Förderpreis können die stiftungseigene möblierte Wohnung und ein Atelier für drei Monate kostenlos genutzt werden.

Die künstlerische Unabhängigkeit der Preisträger_innen wird garantiert.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury bestehend aus: Sebastian Stein (Künstlerischer Leiter 2015/2016 Arthur Boskamp-Stiftung), Ulrike Boskamp (Vorstand Arthur Boskamp-Stiftung), Ulrike Kremeier (Direktorin Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus) und Stephan Dillemuth (Akademie der bildenden Künste München).

Bewerber_innen für den Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung müssen die nachstehend aufgeführten Kriterien erfüllen:

Die Bewerbung kann als formloses Anschreiben erfolgen, dem Folgendes beigefügt sein sollte:

Für den Verlust oder die Beschädigung von Unterlagen wird keine Haftung übernommen. Unterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Umschlag beigefügt ist. Nicht zurückgeforderte Unterlagen werden nach Bewerbungsschluss max. 3 Monate durch die Arthur Boskamp-Stiftung aufbewahrt.


Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2015 (es gilt der Poststempel).
Die Jurysitzung findet voraussichtlich Ende Februar statt.


Bewerbung bitte senden an:
Arthur Boskamp-Stiftung M.1
Künstlerische Leitung
Breite Str. 18
25551 Hohenlockstedt

 

Rückfragen zur Bewerbung können an Sebastian Stein, künstlerische Leitung M.1 2015/16, gerichtet werden: stein@arthurboskamp-stiftung.de

 

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Vergaberichtlinien zum Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung

Die Arthur Boskamp-Stiftung, Breite Straße 18, 25551 Hohenlockstedt, dient gemäß ihrer Satzung der Förderung der Kunst, der Kunst- und Kulturwissenschaft, der Pflege des „Kunsthauses Hohenlockstedt“ (heute: M.1) und seiner Geschichte sowie der Pflege des künstlerischen Nachlasses von Arthur Boskamp.

Die Arthur Boskamp-Stiftung vergibt alle zwei Jahre zwei Förderpreise mit einer Laufzeit von anderthalb Jahren, die mit je 3.000,- EUR dotiert sind.

Die Förderpreise werden für die Entwicklung von neuen künstlerischen Arbeiten verliehen, die bis Ende der Förderpreisperiode in den Ausstellungsräumen der Stiftung präsentiert werden (können). Zum Ende des Förderpreiszeitraums erstellen die Preisträger_innen und/oder die künstlerische Leitung des M.1 eine Publikation. Die künstlerische Unabhängigkeit der Preisträger_innen wird garantiert. Die künstlerischen Arbeiten bleiben Eigentum der Preisträger_innen.

Außerdem erhalten die Förderpreisträger_innen die Möglichkeit, eine Wohnung sowie ein Atelier im Gebäude der Stiftung in Hohenlockstedt für die Dauer von drei Monaten zu nutzen. Über die Inanspruchnahme von Wohnung und Atelier freut sich das Team der Stiftung, sie ist aber nicht Bedingung.

Die Förderpreispräsentationen und die begleitende Förderpreis-Publikationen werden in Absprache mit der künstlerischen Leitung realisiert.

Die Preisträger_innen haben dafür Sorge zu tragen, dass in allen Publikationen zu dem geförderten Vorhaben auf die Förderung durch die Arthur Boskamp-Stiftung hingewiesen wird.

Bewerber_innen für den Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung müssen die nachstehend aufgeführten Kriterien erfüllen:

– Bewerber_innen müssen in Norddeutschland (Schleswig Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen) geboren oder wohnhaft sein oder ihren Hochschulabschluss in dieser Region erworben haben.

– Der Studienabschluss der Bewerber_innen darf nicht länger als 8 Jahre zurückliegen. (Bewerber_innen ohne Abschluss sollten ihre Bewerbung vorab mit der künstlerischen Leitung der Arthur Boskamp-Stiftung besprechen.)

– Bewerber_innen, die zum Zeitpunkt des Bewerbungsschlusses noch studieren, können nicht berücksichtigt werden.

Die Bewerbung kann mit einem formlosen Anschreiben erfolgen, dem Folgendes beizufügen ist:

  1. ein kurzes Schreiben zu Motivationen, Interessen und möglichen Vorhaben für die Förderpreiszeit (max. eine Seite A4); eine Fotografie, Skizze, Collage, oder ähnliches, welche dieses Schreiben begleitet, ergänzt oder durch das Schreiben erklärt wird (ebenfalls max. eine Seite A4); weiteres Material: max. 5 Publikationen geringeren Umfangs (Richtwert: Heft / DIN A4) oder 2 größeren Umfangs (Richtwert: Buch / DIN A4 ) oder eine A4-Mappe/Heft mit Materialien zu bis zu fünf weiteren realisierten künstlerischen Projekten. Ein Proposal für die Publikation, die im Rahmen des Förderjahres entstehen könnte ist erwünscht, aber keineswegs Voraussetzung (wiederum max. eine Seite A4).
  2. Tabellarischer Lebenslauf mit vollständiger Anschrift, E-Mailadresse und Telefon sowie Angabe
    a) des Geburtsortes,
    b) des Ortes, an dem der Hochschulabschluss erworben wurde,
    c) der bisherigen und aktuellen Ausstellungen,
    d) der bisherigen Förderungen.

Für den Verlust oder die Beschädigung von Unterlagen wird keine Haftung übernommen. Unterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Umschlag beigefügt ist. Nicht zurückgeforderte Unterlagen werden nach Bewerbungsschluss max. 3 Monate durch die Arthur Boskamp-Stiftung aufbewahrt.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Fachjury. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Förderung. Die Fachjury ist in ihren Entscheidungen frei und nicht verpflichtet, sie zu begründen.
Die Bewerber_innen werden spätestens 2 Monate nach Bewerbungsschluss per E-Mail über die Juryentscheidung informiert.

Der Förderpreis und die Nutzung der Räumlichkeiten der Arthur Boskamp-Stiftung sind nach § 3 Nr. 44 EStG steuerfrei. Die Stiftung wird dem Finanzamt, das für die Körperschaft zuständig ist, die Höhe der gewährten Förderpreise mitteilen, um eine steuerliche Erfassung bei den Preisträger_innen sicherzustellen.

Die Jury 2015 besteht aus: Sebastian Stein (Künstlerischer Leiter 2015/2016 Arthur Boskamp-Stiftung), Ulrike Boskamp (Vorstand Arthur Boskamp-Stiftung), Ulrike Kremeier (Direktorin Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus) und Stephan Dillemuth (Akademie der bildenden Künste München).

Bewerbungsschluss: 15. Februar 2015 (es gilt der Poststempel).
Die Jurysitzung findet voraussichtlich Ende Februar statt.

Die Bewerbung ist an folgende Anschrift zu richten:

Arthur Boskamp-Stiftung M.1
Künstlerische Leitung
Breite Str. 18
25551 Hohenlockstedt

Die Ausschreibung erfolgt im Internet unter www.arthurboskamp-stiftung.de

Rückfragen zur Bewerbung können an Sebastian Stein, künstlerische Leitung M.1 2015/16, gerichtet werden: stein@arthurboskamp-stiftung.de